Frage

Wie lange dauert eine Nachrüstung der Gebäudeautomation?

Rechtsstand 01.09.2026

Für Bauleistungen der Gebäudeautomation weisen 82 ausgewertete öffentliche Vergaben einen Ausführungszeitraum von im Median 346 Tagen aus; das obere Viertel liegt über 19 Monaten. Die Übertragung auf ein einzelnes Objekt ist eine Schätzung.

Welche Ausführungszeiten öffentliche Vergaben für die Gebäudeautomation ausweisen

Der Median der Ausführungsdauer liegt bei 346 Tagen, rund 11,4 Monate; ein Viertel der Fälle liegt bei höchstens 6,2 Monaten, ein Viertel über 19,1 Monaten. In der Teilmenge mit dem Wort Sanierung im Titel liegt der Median bei 473 Tagen. Grundlage ist eine eigene Auswertung von Bekanntmachungen öffentlicher Auftraggeber.

Kennzahl Wert Fallzahl
Ausführungsdauer Bauleistungen Gebäudeautomation Median 346 Tage; Q1 6,2 · Q3 19,1 Monate n = 82
Teilmenge mit „Sanierung” im Titel Median 473 Tage n = 81
zweiter Messweg, Dauer direkt in Monaten angegeben Median 16 Monate, Spanne 3 bis 62 n = 31
Vorlauf Angebotsfrist bis Ausführungsbeginn Median 93 Tage n = 50

Die Einzelwerte sind belegt; jede Übertragung auf ein einzelnes Objekt bleibt eine Schätzung. Der zweite Messweg ist unabhängig erhoben und bestätigt die Größenordnung des ersten, er addiert sich nicht zu ihm.

Herleitung und Fundstellen · 1 Absatz

Eine Lesegrenze gehört zu diesen Zahlen: Der Ausführungszeitraum einer Bekanntmachung ist nicht die Dauer des Gewerks. Bei Sanierungen bezieht er sich oft auf ein Gesamtprojekt über mehrere Bauabschnitte — das erklärt den höheren Median der Sanierungs-Teilmenge als Definitionsunterschied und nicht als Sachunterschied. Die Stichprobe stammt aus öffentlichen Vergaben; für Betreiber außerhalb der öffentlichen Hand ist sie eine Größenordnung, keine Referenz. Zum Zusammenhang: die Nachrüstpflicht für Nichtwohngebäude und welche Anlagen die Pflicht auslösen.

Wie viel Zeit zwischen Angebotsfrist und Ausführungsbeginn vergeht

Zwischen dem Ende der Angebotsfrist und dem Beginn der Ausführung liegen in 50 ausgewerteten Bekanntmachungen im Median 93 Tage. Diese Spanne geht der Ausführungsdauer voraus und ist in ihr nicht enthalten. Planungsleistungen vor der Ausschreibung sind in beiden Werten ebenfalls nicht enthalten.

Angebots- und Ausführungsfrist stehen im Quelldatensatz beide als Enddatum; die Auswertung hat sie über das jeweilige Elternelement getrennt; ohne diese Trennung liefert ein flacher Auszug plausible falsche Werte. Planungs- und Ingenieurverträge sind in beiden Werten nicht enthalten; sie wurden separat ausgewertet.

Warum die Inbetriebnahme ein eigener Zeitraum ist

Nach der AMEV-Empfehlung erstreckt sich die Inbetriebnahmephase je nach Komplexität der technischen Anlagen über sechs Wochen bis zu sechs Monaten; ein technisches Monitoring endet dort 24 Monate nach der Übergabe. Beides sind Zeiträume aus dem Bauprozess der öffentlichen Hand, keine Dauern einer Bestandsnachrüstung.

„Diese Inbetriebnahmephase erstreckt sich je nach Komplexität der technischen Anlagen über 6 Wochen bis zu 6 Monaten.”

AMEV-Empfehlung Inbetriebnahmemanagement (Nr. 170); Rohtext gelesen am 1. September 2026. Belegstufe: Empfehlung für die öffentliche Hand.

Herleitung und Fundstellen · 1 Absatz

Diese Werte taugen als Größenordnung dafür, dass ein Projekt nicht mit der Montage endet — nicht als Zusage für ein bestimmtes Objekt. Getrennt davon zu halten ist das technische Inbetriebnahme-Management des § 56 Abs. 3 GModG, das mindestens eine Heizperiode und mindestens eine Kühlperiode erfassen muss: Absatz 3 gilt nach seinem Wortlaut einem zu errichtenden Nichtwohngebäude. Als gesetzliche Mindestdauer der Nachrüstung im Bestand lässt er sich nicht lesen. Die Neubau-Anforderungen stehen auf einer eigenen Seite: Automationsgrad B und C im Neubau.

Was sich daraus bis zum Stichtag rechnen lässt

Die drei Zeitanker lassen sich addieren: Vorlauf von rund drei Monaten, das mittlere Quartilsband der Ausführung von 6,2 bis 19,1 Monaten und Inbetriebnahme von sechs Wochen bis sechs Monaten ergeben als reine Rechnung eine Größenordnung von rund einem bis zweieinhalb Jahren ab der Ausschreibung. Planung davor ist nicht eingerechnet.

Diese Rechnung ist eine Schätzung mit offengelegter Methode: Sie addiert drei getrennt belegte Werte aus verschiedenen Quellen, die nicht dasselbe Projekt beschreiben. Sie ist eine Rechnung auf Medianen und Quartilen, kein gemessener Projektverlauf, und sie ergibt eine Spanne, keinen Punkt. Das Quartilsband deckt die mittlere Hälfte der 82 Fälle ab; je ein Viertel liegt darunter und darüber.

Herleitung und Fundstellen · 2 Absätze

Der gesetzliche Stichtag ist der Ablauf des 31. Dezember 2029 (§ 56 Abs. 1 GModG). Wer von dort die genannte Spanne zurückrechnet, kann seinen eigenen spätesten Ausschreibungszeitpunkt selbst bestimmen; das Ergebnis ist seine Rechnung mit seinen Zahlen, keine Frist des Gesetzes. Den Ablauf bis zum Stichtag beschreibt der Rückwärtsplan bis zum Stichtag. Ob ein ohnehin anstehender Anlagentausch daran etwas ändert, behandelt die Frage zum Kesseltausch vor 2029.

Der Self-Check führt durch die Angaben, an denen die Vorschrift anknüpft: zuerst klären, ob die Pflicht das Objekt betrifft. Er ordnet Ihre Angaben ein — er trifft keine Feststellung.

Anschlussfragen zur Projektdauer

Die Belegkette

BELEGT
§ 56 GModG — Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung (Volltext)